Kurzer geschichtlicher Abriss zur Entwicklung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt.
1989
Bereits seit 1988 kam es zu vermehrten Auseinandersetzungen zwischen dem SED-Regime und der DDR-Opposition. Nach Öffnung der ungarisch-österreichischen Grenze und einsetzender Massenflucht, sowie der Aufdeckung der Kommunalwahlergebnisfälschung durch die Opposition im Mai, spitzte sich die innenpolitische Stimmung auch in den Bezirken Halle und Magdeburg immer weiter zu. Wie in der gesamten DDR, so gewinnt auch im späteren Sachsen-Anhalt die Bürgerrechtsbewegung an Gewicht. Es gründen sich: Demokratie Jetzt, Neues Forum, Vereinigte Linke, Grüne Liga und der Unabhängige Frauenverband. Bereits seit 1986 ist die Initiative Frieden und Menschenrechte aktiv.
Gründung der Grünen Partei der DDR am 24. November.
1990
Im Februar findet der Gründungsparteitag der Grünen Partei der DDR in Halle(Saale) statt.
Bei den DDR-Volkskammerwahlen am 18. März erreichen Bündnis 90 2,9 Prozent und das Wahlbündnis Grüne/Unabhängiger Frauenverband 2 Prozent.
Auf dem zweiten Parteitag der Grünen Partei der DDR (7.-9.9.) in Magdeburg wird das Zusammengehen mit den westdeutschen Grünen beschlossen.
Am Wochenende 24.-26. August wird auf dem ersten Landesparteitag der Grünen Partei in Quedlinburg die Listenverbindung Grüne Liste – Neues Forum geschlossen. Die Bezirksverbände Magdeburg und Halle gründen den Landesverband Sachsen-Anhalt.
Am 3. Oktober vereinigen sich die beiden deutschen Staaten. Die Volkskammer-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen benennt sieben VertreterInnen für den Bundestag, unter anderem Hans-Jochen Tschiche aus Sachsen-Anhalt.
Bei den Landtagswahlen am 14. Oktober schafft in Sachsen-Anhalt eine Listenverbindungen zwischen Grünen und Bürgerbewegung den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde.
Bei den ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen am 2. Dezember scheitern Die Grünen im alten Bundesgebiet an der Fünf-Prozent-Hürde. Bündnis 90/Die Grünen erreichen im Wahlgebiet der Ex-DDR 6 Prozent und ziehen mit acht Abgeordneten in den Bundestag ein, darunter Ingrid Köppe über die Landesliste Sachsen-Anhalt.
Am 3. Dezember wird der Zusammenschluss der ost- und westdeutschen Grünen vollzogen.
1991
Im September gründet sich Bündnis 90 formell als Partei. Demokratie Jetzt und die Initiative für Frieden und Menschenrechte treten der Partei fast vollständig bei, vom Neuen Forum nur etwa die Hälfte der Mitglieder.
1993
Im April findet eine Urabstimmung über den Assoziationsvertrag statt: Die Grünen stimmen mit 91,8 Prozent, die Mitglieder von Bündnis 90 mit 85,7 Prozent zu.
Vom 26. bis 27. Juni findet die erste ordentliche Landesdelegiertenkonferenz Bündnis 90/Die GRÜNEN in Wernigerode statt. Die Versammlung führt zur Bildung eines gemeinsamen Landesverbandes mit Vorstand und Satzung.
Gründung der späteren, Parteinahen, Heinrich Böll Stiftung Sachsen-Anhalt unter dem Namen Mitwelt e.V..
1994
Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament erzielen Bündnis 90/Die Grünen am 12. Juni 10,1 Prozent. Elisabeth Schrödter vertritt Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.
Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt (26.6.) kommen Bündnis 90/Die Grünen auf 5,1 Prozent und bilden eine Minderheitsregierung mit der SPD. Verdient machen sich die Bündnisgrünen darin, ökologische Aspekte in die Landespolitik einzubringen. Vorsitzender der bündnisgrünen Landtagsfraktion ist Hans-Jochen Tschiche. Grüner Politik ist es zu verdanken, dass Vorrangflächen für die Windenergienutzung ausgewiesen wurden und Sachsen-Anhalt heute Spitzenreiter bei den erneuerbaren Energien ist.
Am 3. Oktober gelingt mit 7,3 Prozent der Einzug in den Bundestag. Steffi Lemke erhält Ihr Mandat für bündnisgrüne Arbeit aus Sachsen-Anhalt.
1998
Nach dem klaren Votum für einen politischen Wechsel bei der Bundestagswahl am 27. September einigen sich Bündnisgrüne und SPD auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung. Steffi Lemke vertritt Sachsen-Anhalt im Bundestag.
Am 26. April können BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, mit 3,2 Prozent der Stimmen, die Fünf-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nicht überspringen.
1999
Elisabeth Schrödter wird am 13. Juni in Ihrer Arbeit im Europäischen Parlament bestätigt.
2002
Bei den Bundestagswahlen am 22. September wird die rot-grüne Koalition von den WählerInnen bestätigt. Undine Kurth, Kandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachen-Anhalt, zieht in den Bundestag ein.
2004
Bei den Europawahlen am 13. Juni erreichen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unter dem Dach der Europäische Föderation Grüner Parteien 11,9 Prozent der Stimmen. Gisela Kallenbach und Milan Horacek sind die Vertreter der mitteldeutschen Bündnisgrünen.
2005
Im September wird die 15jährige Geburtsstunde des Landesverbandes in Quedlinburg gefeiert.
Bei den Bundestagswahlen zieht Undine Kurth wieder über die Landesliste in den Deutschen Bundestag ein.
2006
Bei den Landtagswahlen kann BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN als einzige demokratische Partei absolute Stimmenzuwächse bei sinkender Wahlbeteiligung verbuchen. Mit 3,6 Prozent wird der Einzug in den Landtag aber verfehlt.
2007
Bei den Kommunalwahlen gelingt es BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in alle zur Wahl stehenden Landkreistage gewählt zu werden.
2009
Bei den Wahlen zum EU-Parlament und bei der Bundestagswahl erlangen die GRÜNEN Ergebnisse von über 5% in Sachsen-Anhalt und Bundesweit ihre größten Wahlerfolge, seit bestehen der Partei. Undine Kurth vertritt die Bündnisgrünen in Berlin und Ska Keller ist im Europaparlament regional für Sachsen-Anhalt zuständig.
2011
Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2011 hatte der Landesverband Claudia Dalbert als Spitzenkandidatin aufgestellt und zog mit 7,1 % wieder in den Landtag ein. Es konnten neun Sitze erreicht werden, die von Claudia Dalbert, Christoph Erdmenger, Cornelia Lüddemann, Sebastian Striegel, Dorothea Frederking, Sören Herbst, Verena Wicke-Scheil, Dietmar Weihrich und Franziska Latta eingenommen werden. Die Landtagsfraktion befindet sich in der Opposition.