BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt mahnen anlässlich des Unfalls von Hordorf in der Verkehrspolitik mehr Investitionen in die vorhandene Infrastruktur an. Für den Unfall in Hordorf sei menschliches Versagen vielleicht der Auslöser, nicht aber der Grund für die Katastrophe gewesen. Schuld sei offenbar fehlende Sicherheitstechnik, die seit Jahren hätte installiert werden sollen. "Wer sein Geld für überdimensionierte Straßen und Schienenprojekte ausgibt, dem fehlt dieses Geld für den Unterhalt und die Sicherheit", kommentiert der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger. "Wenn die Landesregierung nun mehr Druck auf die Bahn ankündigt, ist das richtig. Sie muss dann aber auch zustimmen, teure Bahnprojekten wie der ICE-Strecke durch den Thüringer Wald abzuspecken. Das Verkehrsministerium sollte eingestehen, in der Vergangenheit die Prioritäten falsch gesetzt zu haben. Denn so werden die Neubauvorhaben von heute die Sanierungsfälle von morgen."
Das zeige sich nicht nur am Unfall in Hordorf. "Die Frostschäden auf den Straßen sagen jeden Tag: Das Land gibt sein Geld an der falschen Stelle aus", illustriert Erdmenger. Was praktisch sichtbar sei, habe bereits im Herbst auch der Landesrechnungshof angemahnt, der mangelnde Sanierungsleistungen an Landesstraßen moniert habe. Das einfache Flicken von Löchern reiche nicht, um die Schäden im Untergrund zu beheben und den nächsten Winter zu überstehen.