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Dienstag, den 17. Januar 2012

Trotz Erfolg der Meile durften die Nazis marschieren

Am Samstag dem 14. Januar 2012 stand ganz Magdeburg im Zeichen der diesjährigen Meile der Demokratie. Doch obwohl 10.000 Menschen ein deutliches Signal gegen Rechts setzten, konnten etwa 1000 Rechtsextreme ihre angemeldete Route laufen

Die Spontandemo auf dem Weg vom Bahnhof Neustadt zum Uniplatz. Unter den Demonstrierenden in vorderster Reihe auch Conny Lüddemann und Steffi Lemke.

Die diesjährige Meile der Demokratie war ein voller Erfolg. Blauer Himmel und eine wärmende Wintersonne lockten 10.000 Menschen auf die Straße. Sie besuchten die bunten Stände auf der Meile, lauschten einem vielseitigen Bühnenprogramm oder beteiligten sich an den vielfältigen Aktionen und Demonstrationen entlang der Naziroute. Die Bündnisgrünen waren sowohl am Stand als auch auf der Mahnwache vor der Jüdischen Synagoge und der anschließenden Demonstration zum Universitätsplatz anzutreffen.


Auch unsere Bundesvorsitzende Claudia Roth und die Politische Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke ließen es sich nicht nehmen, gemeinsam mit der Fraktionsvorsitzenden Claudia Dalbert und den Landesvorsitzenden der Bündnisgrünen die Demonstranten zu unterstützen. Nach der Mahnwache am Neustädter Bahnhof strichen sie kurzerhand ihr geplantes Programm auf der Meile. Steffi Lemke saß schließlich gemeinsam mit 25 anderen mutigen Menschen auf der Sitzblockade am Universitätsplatz. Sie engagiert sich schon seit vielen Jahren für den Kampf gegen Rechtsextremismus und für mehr Demokratie, vor allem in ihrer Heimatstadt Dessau-Roßlau.


Dennoch: einmal mehr hatte man das Gefühl, dass die rund 2000 Polizeibeamtinnen und -beamten aus verschiedenen Bundesländern vor allem die Route der Nazis schützten. Die Sitzblockaden an der AOK und am Universitätsplatz wurden aufgelöst um den Rechtsextremen freies Geleit in die Erzberger Straße zu geben. Dementsprechend aufgeheizt war die Stimmung der Gegendemonstrantinnen und -demonstranten. Auf das Werfen mit Pyrotechnik durch Autonome reagierte die Polizei mehrmals mit der Androhung, Wasserwerfer gegen die Demonstrantinnen und Demonstranten einzusetzen. Dennoch verlief der Tag in Magdeburg weitestgehend friedlich.


Doch die Diskussion um die wirksamste Protestkultur wird hoffentlich nicht abreißen. Die politische Auseinandersetzung, ob Naziaufmärsche nur ignoriert oder von einer ganzen Stadt blockiert werden sollten, ist fundamental wichtig. Am Samstag wurde deutlich, dass das Potential da ist, zivilen Ungehorsam zu leisten und den Rechten mit allen Mitteln des demokratischen Widerstandes entgegen zu treten. Dieses Potential muss zukünftig voll ausgeschöpft werden. Hier kann man aus den Erfahrungen der letzten Jahre, aber auch von den Dresdnerinnen und Dresdnern einiges lernen.

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