Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gilt grundsätzlich: Agrar-Beihilfen dürfen nur noch gezahlt werden, wenn die Landwirtschaft Mindeststandards des Natur-, Umwelt-, Klima- und Tierschutzes einhält.
Die verfehlte Landwirtschaftspolitik der schwarz-roten Landesregierung zeigt in Sachsen-Anhalt deutliche Spuren. Die Landwirtschaft trägt am meisten zum Verlust an biologischer Vielfalt bei. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich für den Erhalt der Agro-Biodiversität ein.
Zahlreiche neue Anträge für industrielle Tiermastanlagen bedeuten für wenige Agrarunternehmen Gewinne, während die Tiere in diesen Ställen leiden und Umwelt und Anwohnerinnen und Anwohner mit Gülle, Schadstoffen, Gestank und steigendem Verkehrsaufkommen belastet werden. Darüber hinaus beeinträchtigen diese Mastanlagen den Tourismus und andere mögliche wirtschaftliche Entwicklungen der betroffenen Regionen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN engagieren sich entschieden gegen Massentierhaltungsanlagen.
Agro-Gentechnik ist unnötig und gefährlich. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kämpfen für ein agro-gentechnikfreies Sachsen-Anhalt. Wir fordern den völligen Verzicht auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Die übergroße Mehrheit der Menschen in unserem Land lehnt gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Auch die Mehrzahl der Bäuerinnen und Bauern sieht das so, da sie Angst haben, Saat und Ernte nicht mehr verkaufen zu können und abhängig zu werden von multinationalen Konzernen. Auch die Imker, die einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft leisten, sind in ihrer Existenz bedroht.
Sachsen-Anhalt soll sich an freiwilligen gentechnikfreien Regionen beteiligen und diese unterstützen. Solange EU-Recht einer Ausrufung eines gentechnikfreien Sachsen-Anhalts entgegensteht, wollen wir nach dem Vorbild von Brandenburg einen Mindestabstand zwischen dem Anbau genetisch veränderter Organismen und Naturschutzgebieten von mindestens 800 Metern durchsetzen. Landwirte und Lebensmittelproduzenten, die auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln verzichten oder Produkte mit dem Kennzeichen "ohne Gentechnik" herstellen, sollen unterstützt werden, zum Beispiel durch Starthilfen bei der Direktvermarktung. Landwirte brauchen aber auch längerfristig einen Anreiz, auf Gentechnik beim Anbau ihrer Produkte zu verzichten.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen einen deutlich stärkeren Anteil von Bioenergien.
Wenn der Anbau nachhaltig erfolgt, sehen wir gute Möglichkeiten für den Landwirt als Energiewirt. Wir sind uns aber auch bewusst, dass technische Verfahren der Solarenergienutzung einen vielfach höheren Flächenwirkungsgrad haben, bereits versiegelte Flächen einer zusätzlichen Nutzung zu zuführen und daher vor allem für die reine Energieerzeugung zu bevorzugen sind. Wir brauchen Konzepte, die mit dem Naturschutz abgestimmt sind und Akzeptanz in der Bevölkerung finden. Auch muss eine Flächenkonkurrenz mit dem Anbau von hochwertigen Nahrungsmitteln, die für uns unbedingte Priorität haben, und insbesondere eine Verdrängung des ökologischen Landbaus aus der Fläche ausgeschlossen sein. Wichtige Kriterien sind für uns die Einhaltung einer Fruchtfolge, keine Monokulturen, der Verzicht auf Gentechnik, kein Umbruch von Grünland und die Erhaltung der biologischen Vielfalt.