"Keine Schülerin und kein Schüler soll wegen der sozialen Herkunft benachteiligt werden.", so die Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt Cornelia Lüddemann.
Vor zwei Tagen wurde bekannt, dass eine Schülerin aus dem Landkreis Börde wegen der ungeklärten Kostenübernahme für ihr Schülerticket nicht mehr mit dem Bus zur Schule fahren konnte. Eine Monatskarte kostet 59 Euro. Das Geld für die erste Monatskarte im neuen Schuljahr konnten die Eltern noch aufbringen. Die 100 Euro Selbstbeteiligung pro Schuljahr konnten sie sich von ihrem Arbeitslosengeld II jedoch nicht leisten. Nun hoffen sie auf die Unterstützung von Ämtern und Behörden. Bisher ist jedoch unklar, wer für den Elternanteil aufkommt.
Lüddemann äußerte sich entsetzt zum Vorfall in der Börde: "Das ist ein Skandal und außerdem rechtswidrig! Einzelfälle müssen pragmatisch gelöst werden, der Schulbesuch muss aber in jedem Fall gewährleistet werden. Da sind die öffentliche Hand und die Eltern in der Pflicht.", so Lüddemann. Zudem erinnerte sie an die Ankündigung von Ministerpräsident Haseloff aus dem Frühjahr, die Bildungschancen benachteiligter Kinder verbessern zu wollen.
Die Segregation im deutschen Schulsystem wird heute noch immer von der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler bestimmt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen einen gerechteren Zugang zu Bildung für alle Kinder. Dazu gehört auch, dass die Lernmittel und die Schülerbeförderung für Vollzeitschülerinnen und -schüler ab der 1. Klasse kostenfrei sind. Auch ein gesundes warmes Mittagessen muss für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen kostenlos sein.