BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen Anhalt fordern angesichts weiterer Schneefälle, beim Winterdienst in Städten vor den Straßen zunächst die Radwege vom Schnee zu räumen. Außerdem müsse die Räumung von Fußwegen durch private Anlieger besser kontrolliert werden.
Auch bei kalten Witterungen seien noch viele Menschen zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs. "Wenn die Radfahrer und Fußgänger alle auf das Auto ausweichen würden, wären auf einen Schlag viel mehr Autos unterwegs." verweist der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger auf Statistiken, nach denen der Fuß- und Radverkehr im Jahresmittel je nach Stadt mit etwa 40% ähnlich viel Verkehr ausmacht wie der Autoverkehr. In Gröbern (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) hat sich eine 75-jährige Radfahrerin bei einem Sturz auf einem ungeräumten Radweg schwer verletzt.
Die Bündnisgrünen weisen darauf hin, dass Radfahrer nach Straßenverkehrsordnung nicht auf Fußwege ausweichen dürfen. Wenn der Radweg nicht benutzbar ist, müsse auf der Straße gefahren werden. "In vielen Fällen ist es innerorts auch sicherer auf der geräumten Straße zu fahren, denn auf dem Fußweg wird man an Kreuzungen von Autofahrern leicht übersehen - die Hauptunfallursache für Radfahrer." Beschreibt Erdmenger. "Wir fahren aber alle gut damit, die Regeln bei Schnee mit Augenmaß umzusetzen."
Städte wie Kopenhagen seien zu Radfahrerstädten geworden, weil sie z.B. die Radwege im Winter zuerst räumen. "Die Stadtverwaltungen sind gefragt, die Prioritäten beim Winterdienst anders zu setzen" sagt Erdmenger und verweist darauf, dass die Winterräumung durch lokale Satzungen geregelt sind. "Wenn sich hier nichts tut, muss man darüber nachdenken, das Straßengesetz Sachsen-Anhalt anders zu fassen." Verweist er aber auch auf Handlungsmöglichkeiten des Landes.